Diskussionspapier: Evaluation interkultureller Trainings zur Auslandsvorbereitung

16. Januar 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute möchte ich unter der übergeordneten Fragestellung ein Diskussionspapier vorstellen. Mareike Pauls und Andreas Krause von der Universität Flensburg haben eine Evaluation interkultureller Trainings zur Auslandsvorbereitung vorgenommen. Dabei wurde eine sogenannte Plus-x-Tage-Befragung durchgeführt. Das heißt, die Befragung erfolgte erst nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Zeitlang im Zielland verbracht hatten und die Relevanz der Trainingsinhalte beurteilen konnten.

Das Papier liest sich schnell und einfach. Geprüft wird, inwieweit ein Training von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Befragung als hilfreich empfunden worden ist. Unter anderen wurden folgende Dinge wurden abgefragt:

Die Teilnahme am Seminar hat mir…

  • geholfen Vorurteile abzubauen oder gar nicht erst aufzubauen.
  • hat mir ein realistisches Bild vom Land vermittelt.
  • hat mir geholfen, das Verhalten der Menschen hier zu verstehen.
  • etc.

Die Ergebnisse dieser Fragen sind aufschlussreich und geben Hinweise darauf, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein interkulturelles Training nach einer gewissen Zeit bewerten.

Es werden einige sehr interessante Aspekte aufgeworfen. Zum Beispiel zeigte sich nach der Studie von Kinast [Kinast, E.-U. (1998). Evaluation interkultureller Trainings. Lengerich: Pabst.], dass Trainings auch dann wirksam waren, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Training selbst nicht als gut bewertet haben. Das stellt die Praxis Trainerinnen bzw. Trainer nach guten Feedbackbögen auszuwählen und weiter zu beauftragen, in Frage.

Desweiteren gibt das Papier Hinweise darauf, auf welche Fähigkeiten bei den Trainerinnen und Trainern zu achten ist: als besonders wichtig wird herausgearbeitet, dass Trainer regelmäßig in ihrem Zielland sein müssen um gute Trainings durchzuführen.

Bei der Wahl der Trainingsmethode zwischen kulturallgemeine didaktische Trainings, kulturspezifische didaktische Trainings, kulturallgemeine erfahrungsorientierte Trainings und kulturspezifisch erfahrungsorientierte Trainings war das Ergebnis überraschenderweise recht ausgeglichen. Trotzdem schlossen kulturspezifische erfahrungsorientierte Trainings ein klein wenig besser ab. Es ist somit ratsam kulturspezifische Teile in jedem Training mit einzuarbeiten.

Nicht befragt wurde die Wirksamkeit des Trainings aus der Sicht der Auftraggeber. Es geht dabei um die Frage „Hat das Training dazu beigetragen, dass Sie hier erfolgreicher arbeiten können als ohne Training?“. Dabei geht es darum möglichst genau zu fassen, wie sich dieses „erfolgreicher“ fassen und ausdrücken lässt. Ideal wäre sicherlich, Kennzahlen oder Werte zu haben, an welchen man die Wirksamkeit festmachen könnte – das ist jedoch zurzeit noch Zukunftsmusik. – Arbeiten wir daran! 🙂

Viele Grüße

Steffen Henkel

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Diskussionspapier: Evaluation interkultureller Trainings zur Auslandsvorbereitung auf Wirkung in der interkulturellen Weiterbildung.

Meta

%d Bloggern gefällt das: