Zertifizierungen II/III

23. Januar 2010 § 4 Kommentare

Wie angekündigt ein weiterer Artikel zum Thema Zertifizierung von Trainerinnen und Trainern bzw. von Weiterbildungsmaßnahmen. Dabei geht es dieses Mal um

II die Sicht der TrainerInnen

Was ist das brennende Problem der meisten Trainerinnen und Trainer? Es ist das, Kunden bzw. Aufträge zu gewinnen. Insofern wird in Dinge investiert die versprechen, dieses brennende Problem zu lösen. Es besteht also die Frage, ob Zertifizierungen dazu in der Lage sind.

Auswählende MitarbeiterInnen in Unternehmen scheinen andere Kriterien für die Auswahl von Trainingspersonal zu haben. Und das ist kaum verwunderlich. Was ist denn das brennende Problem von PersonalentwicklerInnen wenn es um die Auswahl von TrainerInnen geht? Es geht ihnen darum, eine für die TeilnehmerInnen zufriedenstellende Weiterbildung zu organisieren. Es werden also Kriterien gesucht, die dies sicherstellen. Und das sind gänzlich andere als Zertifizierungen.

Nur bei Nachfragen aus dem öffentlichen Bereich sind mir Nachfragen nach Zertifikaten bekannt. Was ich darauf zurückführe, dass hier formale Kriterien von Menschen erstellt wurden, die a) nicht das brennende Problem haben zufriedene TeilnehmerInnen zu haben und b) vielmehr das brennende Problem haben, nachweisen zu müssen, dass sie solide Kriterien für die Trainerpersonalauswahl haben.

Ich persönlich würde mich also dem Diktat einer Zertifizierung zum jetzigen Zeitpunkt nicht unterwerfen. Üblicherweise kosten diese recht viel und bringen meiner Erfahrung nach nicht wirklich mehr Aufträge.

Wenn ich von Aufträgen aus der öffentlichen Hand angewiesen wäre, bliebe wahrscheinlich dann doch nichts anderes übrig, als sich zertifizieren zu lassen – oder sich einen neuen Kundenstamm aufzubauen, der nicht den Vorgaben einer Bürokratie unterworfen ist.

Ich freue mich sehr darauf Ihre Gedanken dazu zu lesen, liebe Leserinnen und Leser und verbleibe für heute

mit freundlichen Grüßen

Steffen Henkel

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§ 4 Antworten auf Zertifizierungen II/III

  • Anita sagt:

    Hallo Steffen,

    der Artikel gefällt mir sehr. Da ich persönlich von den Zertifikaten auch nicht angetan bin.
    Meine Erfahrung, ohne Zertifizierung sind die Leute besser , SIE sind eher SIE selbst :-))

    Ein schönes Wochende noch.

    LG Anita

    • wirkungen sagt:

      Hallo Anita,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut mich, dass Dir meine Gedanken dazu gefallen. Ich hoffe, Du kannst hier auf meinem Blog noch einige Interessante Artikel finden.

      Viele Grüße

      Steffen

  • Ich habe ein Zertifikat als Microsoft Office Specialist Master. Aber ehrlich gesagt: bisher hat noch niemand danach gefragt – niemand aus über 1.200 unterschiedlichen Unternehmen, für die meine Firma bisher Seminare durchgeführt hat.
    Auf der anderen Seite benötigt man als IT-Unternehmen ein Zertifikat, um an Aufträge im Rahmen Konkunkturpaket II zu kommen. Ich habe mich danach erkundigt, wie das geht. Beim TÜV Bayern bekam ich die Auskunft, dass das mindestens 3.000 EUR kosten würde. Und man nannte mir dann eine Dame, die die Zertifizierung durchführen würde. Das war dann eine freiberuflich tätige Expertin – auf deren Dienste ich dann aber verzichtet habe, nachdem ich die Stundensätze sah, die im Rahmen Konjunkturpaket II bezahlt werden. Damit würde ich die 3.000 EUR Investition nie reinverdienen!
    Schwieriges Thema!!

    • wirkungen sagt:

      Hallo Herr Lutzeier,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie bestätigen damit etwas, was ich aus dem Softskill-Bereich kenne, mir jedoch nicht so bewusst war bei Fachausbildungen wie beispielsweise der Ihren. Bei Unternehmenskunden interessiert man sich nicht besonders für ein Zertifikat, bei öffentlichen Nachfragern gilt zwar die Zertifizierung etwas, jedoch lohnt es sich üblicherweise nicht wegen der dort bezahlten zu gringen Honorare.

      Dabei möchte ich noch betonen, dass ich mit meinen Zeilen niemand davon abhalten möchte, eine Zertifizierung zu erlangen. Jedoch glaube ich, dass es in dem Bestreben erfolgreich Aufträge zu akquirieren, bessere Möglichkeiten gibt als sich auf eine Zertifizierung zu stützen.

      Viele Grüße

      Steffen Henkel

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