Zertifizierungen III/III

27. Januar 2010 § 2 Kommentare

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie angekündigt ein weiterer Artikel zum Thema Zertifizierung von Trainerinnen und Trainern bzw. von Weiterbildungsmaßnahmen. Dabei geht es dieses Mal um

III meine Sicht auf Unternehmen/ Organisationen die Zertifizierungen durchführen.

Zertifizierungen anzubieten und durchzuführen sind für die jeweiligen Herausgeberunternehmen eine gute Einnahmequelle. Nun ist dieser Anspruch natürlich legitim. Der Zweck jedes Unternehmens ist es jedoch, einen Nutzen zu stiften.

Im Falle eines Zertifizierungsunternehmens wäre der Nutzen wohl die bessere Vermarktung der zertifizierten TrainerInnen, Weiterbildungsanbieter, etc. Letzlich soll ein Zertifikat also zu einem erhöhten Auftragsvolumen führen. (Anmerkung: Natürlich geht es auch um Qualität der Leistung. Jedoch läuft niemand durch die Gegend und denkt sich: „Ach, die Qualität meines Trainings ist nicht gut, daher benötige ich ein Zertifikat.“ Vielmehr ist das brennende Problem der WeiterbildnerInnen: „Ach hätte ich doch mehr Aufträge. Vielleicht kann ich mir mit einem Zertifikat einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen.“)

Wie in einem der vorigen Artikel erwähnt, konnte ich in meiner 10jährigen Tätigkeit als Geschäftsführer eines Weiterbildungsanbieters nicht erkennen, dass eine Zertifizierung irgendeinen Vorteil gebracht hätte. Daher erfüllen Zertifikate die ihnen zugeschriebene Aufgabe nicht. Und so lange sie das nicht tun, sehe ich sie – hart ausgesprochen – als Geldmacherei an.

Und es ist auch kein Wunder, dass Sie keine auftragssteigernde Wirkung erzielen. Zertifikate bescheinigen, dass eine Trainerin/ ein Trainer gut ausgebildet ist, ordentlich dokumentierte Prozesse hat, einen guten Methodenmix anwendet und dergleichen mehr. Sie bestätigen also, dass die Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Seminar gegeben sind. Was sie jedoch nicht aussagen, ist ob es einer Trainerin/ einem Trainer gelingt Wirkung bei den TeilnehmerInnen zu erzielen. Genau darum – und eigentlich nur darum – geht es aber bei einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme.

Sollte es jedoch jemandem gelingen eine wie auch immer geartete Zertifizierung herauszubringen, die tatsächliche Transparenz über die Qualität eines Training erzeugt, dann hielte ich dies für einen echten Gewinn für TrainerInnen und KundInnen.

Welche Meinung haben Sie zu dem Thema? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Mit freundlichen Grüßen

Steffen Henkel

Advertisements

§ 2 Antworten auf Zertifizierungen III/III

  • systargo sagt:

    Moin,
    volle Zustimmung, Danke für die klaren Worte.
    Zum letzten Punkt: Wünschenswert und gleichzeitig nicht machbar.

    • wirkungen sagt:

      Hallo,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Freut mich sehr, dass Sie das auch so sehen.

      Beim letzten Punkt würde ich jedoch sagen gibt es – wenn man lange danach sucht – vielleicht doch eine Lösung. Wir sollten daran arbeiten. 🙂

      Viele Grüße

      Steffen Henkel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Zertifizierungen III/III auf Wirkung in der interkulturellen Weiterbildung.

Meta

%d Bloggern gefällt das: