Interviews: Kriterien zur Trainerauswahl III

9. Mai 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

In diesem Artikel möchte ich die in den letzten beiden Beiträgen begonnen Fragen weiterführen. Es handelt sich um 10 Gespräche mit Personalerinnen und Personalern in welchen folgende Fragen besprochen wurden:

  1. Nach welchen Kriterien wählen Sie externe TrainerInnen aus?
  2. Was ist bei der Auswahl die größte Herausforderung?
  3. Was darf auf keinen Fall passieren?
  4. Wie finden Sie neue TrainerInnen?

Die Ergebnisse möchte ich in dem vorherigen, diesem und folgenden Blogbeiträgen darstellen.

Zur dritten Frage:

3. Was darf auf keinen Fall passieren?

  • Dass der Trainer nicht wirklich Experte ist und daher die Teilnehmer aussteigen und den Trainer nicht mehr für voll nehmen.
  • Dass der Trainer seinen Stoff nicht beherrscht, also ein Kniggetrainer nicht entsprechend auftritt oder ein Verkaufstrainer nicht verkaufen kann.
  • Dass die Teilnehmer zur Ansicht gelangen, dass es schade um ihre Zeit war.
  • Der Trainer darf nicht unpragmatisch sein und den Teilnehmern Flöhe ins Ohr setzen die der Geschäftsleitung nicht gefallen.
  • Dass ein Trainer vom Weiterbildungsanbieter geschickt wird, der nicht der ist, den man ausgewählt hat.
  • Dass die falschen Inhalte vermittelt werden.
  • Dass die Teilnehmer unzufrieden sind.
  • Wenn der Trainer nicht teilnehmerorientiert arbeitet, sondern stur an seinem Programm hängen bleibt.
  • Wenn die Anbieter zu hartnäckig sind, auf ein „Nein“ nicht reagieren und trotzdem weiter ihr Training zu verkaufen versuchen.

Interpretation
Es fällt auf, dass es bei den Dingen die nicht passieren darf primär um einen Aspekt geht:

Die Teilnehmer sind mit dem Training unzufrieden.

Dies ist der zentrale Punkt für Personaler bei der Bewertung einer Seminardurchführung. Das ist sehr verständlich, schließlich bekommen Personaler tatsächlich Ärger, wenn die Teilnehmer unzufrieden aus einem Seminar kommen. Es werden die Personaler dafür verantwortlich gemacht. Nach Ansicht der Teilnehmer war das dann kein gutes Training. Das ist meiner Ansicht nach nicht unbedingt richtig, sollte aber an einer anderen Stelle diskutiert werden.

Es gibt für mich bei genauerer Betrachtung ein Problem an dieser Antwort: zentrales Problem bei einem Training sollte nicht sein, ob die Teilnehmer zufrieden oder unzufrieden waren. Viel wichtiger sind eigentlich die Fragen ob

a) das Gelernte in die tägliche Arbeit übertragen werden kann und
b) ob das Gelernte zur besseren Erreichung der Arbeitsziele beiträgt. Dies ist schließlich der Grund, warum ein Unternehmen eine Weiterbildung durchführt und finanziert.

Was meinen Sie zu diesen Gedanken? Warum spielt bei der Betrachtung des Trainingserfolges diese Zielerreichung so wenig eine Rolle? (Das merkt man übrigens schon daran, dass sich niemand die Mühe macht, den Trainingserfolg zu messen.)

Mit besten Grüßen

Steffen Henkel

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