Wert eines Trainings: Berechnungsvorschlag II

5. Juni 2010 § 2 Kommentare

Im letzten Artikel habe ich einen Vorschlag zur Berechnung des Wertes von Weiterbildungsmaßnahmen vorgestellt, der gilt, wenn die Weiterbildungsmaßnahme eine Leistungssteigerung zum Ziel hat. In diesem Beitrag geht es darum, den Wert zu berechnen, wenn es bei der Weiterbildung darum geht, Risiken zu minimieren. Die Quelle findet sich wiederum bei Parity Training.

a) die Leistung zu verbessern oder
b) Risiken zu minimieren.

Wenden wir uns also b) zu:

Zur Berechnung des Wertes benötigt man folgende Werte:

  1. Eine Schätzung der Kosten, die der in der Weiterbildung behandelte Risikofaktor verursachen könnte (z. B. bei Feuer: Wie hoch wären die Kosten um den Brandschaden zu beheben?) EX
  2. Die geschätzte Höhe des Eintritts des Risikos CR%
  3. Die geschätzte Höhe der Risikoreduzierung durch die Weiterbildung RR%
  4. Die Gesamtkosten der Weiterbildung I

Der Return berechnet sich nun folgendermaßen:

EX x (CR% – RR%) = R

Der Return on Investment ist dann R/I.

Beispiel: 2-tägige Weiterbildung zur Auslandsvorbereitung

  1. Geschätzte Kosten falls die Auslandsentsendung vorzeitig abgebrochen wird: Euro 50.000,–
  2. Geschätztes Risiko zum vorzeitigen Abbruch des Auslandsaufenthaltes: 50%
  3. Geschätzte Minderung des Risikos durch die Weiterbildung: 25%
  4. Gesamtkosten der Weiterbildung: (a) Trainerhonorar inkl. Reisekosten und Unterbringung: 3.700,–, (b) Seminarraum und Tagungspauschale: 300,–, (c) Ausfälle da Mitarbeiter bei der Weiterbildung sind: 1 x ((4.200,–/20) x 2) = 4.20,–; Gesamt: 4.420,–

Berechnung R:

50.000,– x (50% – 25%) = 12.500,–

Berechnung RoI:

12.500,–/ 4.420,– = 2,82

Das heißt, in dem Beispiel würde sich das Risikos von 50.000,– auf 12.500,– Euro verringern. Das heißt, pro eingesetzten Euro für die Weiterbildungsmaßnahme, reduziert sich das Risiko um 2,82 Euro.

An diesem Beispiel wird auch die Schwierigkeit des Vorschlages deutlich: Tatsache ist, dass nicht wirklich gesagt werden kann, ob und wieviel sich das Risiko des vorzeitigen Abbruchs des Auslandsaufenthaltes durch die Weiterbildung reduziert. Was so klar und einfach daher kommt, hat seine Schwierigkeiten in der Bennenung der beiden Prozentzahlen in der Formel – und stößt damit an die gleichen Grenzen wie in diesem Thema bereits bekannt sind. [Übrigens: Es gibt keine Aussage über den kausalen Zusammenhang zwischen Abbruchquote und Seminardurchführung. Trotzdem wird dieses Kausalität gerne als Verkaufsargument bemüht.]

Vielleicht hat die Formel eine größere Aussagekraft bei anderen Seminarthemen.

Der Wert der Formel besteht meiner Ansicht nach jedoch in einer Fokussierung auf das Wesentliche bei der Durchführung einer Weiterbildung: „Werden die Ziele die das Unternehmen mit der Weiterbildung verfolgt, erreicht oder nicht?“ Meiner Ansicht nach ist diese Zielbestimmung und Erreichung viel zu selten im Blick der Beteiligten.

Wie stehen Sie zu diesen beiden Formeln? Ich bin gespannt Ihre Meinungen zu lesen und freue mich auf Kommentare.

Mit freundlichen Grüßen

Steffen Henkel

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