Veränderung, aber wie? Von anderen lernen…

16. August 2010 § 2 Kommentare

Neulich beim Lesen eines Artikels von Vera F. Birkenbihl, wurde eine Organisation benannt, der es tatsächlich gelingt, Menschen zur gezielten Veränderung zu bringen: das Militär. Soldaten werden darauf trainiert, unter Stress „vernünftige“ Entscheidungen treffen zu können und nicht in die üblichen Verhaltensmuster zu verfallen.

Nun mag man mit den Zielen des Militärs im Allgemeinen nicht einverstanden sein. Trotzdem muss man diese Tatsache anerkennen: Bei Militär werden aus ganz normalen Menschen Leute, die in Stresssituationen in der Lage sind, kompetent zu agieren. Auf dieses Ziel ist die ganze Ausbildung als Soldat ausgerichtet. Es geht dabei um die Vorbereitung auf die denkbar größte Stresssituation: Lebensbedrohung. Was, wie wir ja zugeben müssen, in den seltensten Fällen bei unseren Stresssituationen der Fall ist.

Wenn wir mit offenem Geist an diese Erkenntnis heran gehen, stellt sich die Frage: Wie macht das Militär das?

Ich habe vorerst zwei Thesen: Einmal durch trainieren, trainieren und noch mal trainieren. Beim Militär heißt das drill. Ohne zu denken, einen festen Ablauf einer Handlung durchzuführen. Sicherlich eine im wirklichen Leben nicht unbedingt sinnvolle Methode, aber darum geht es beim Trainieren nun einmal: „Ohne durch störende Gedanken einen festen Ablauf einer Handlung durchzuführen.“ Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob wir unsere Weiterbildungen tatsächlich als „Training“ bezeichnen können. Werden da tatsächlich Abläufe geübt?

Und zum zweiten, indem man die Menschen systematisch aus ihrer Komfortzone gedrängt werden und so die Möglichkeiten erweitern. Was geschieht bei einer Einzelkämpferausbildung oder einem Überlebenstraining anderes? Die eigenen Grenzen werden systematisch überschritten. Dies geschieht mit viel Schmerz und auch innerlicher Auflehnung. Doch immer so dosiert, dass es zu schaffen ist.

Und wer sich schon mit Menschen die eine Einzelkämpferausbildung gemacht haben, unterhält, weiß mit welcher Begeisterung diese Menschen davon erzählen. Woran kann das liegen? Einmal daran, dass sie stolz auf ihre Leistungen sind und weil es immer eine großartige Erfahrung ist, die eigenen Grenzen ausgelotet, überschritten und dann neu etabliert zu haben. Und weil dies Zeiten des Wachstums sind. So schwer es auch war, nachher sind wir mehr als vorher.

Die Frage für mich ist nun ob und wie wir diese Erkenntnisse für Trainings nutzen können. Sicherlich bin ich nicht der Ansicht, dass wir zu Methoden des Drill greifen müssen. Das würden unsere Kunden nicht mitmachen (Oder etwa doch? Es gibt ja beim Sport mittlerweile Fitnessclubs, die Drill-Training anbieten. Da gehen Leute hin, ganz freiwillig.)

Vielleicht ist die Frage konkreter zu stellen: Wie bekommen wir es hin, dass unsere Teilnehmer für die Erfahrung der Komfortzonengrenzüberschreitung offen sind, sich da durchkämpfen und sie anschließend als wertvolle Erfahrung annehmen?

Hat jemand eine Idee?

Ich freue mich auf Ihre Gedanken und verbleibe

mit besten Grüßen

Steffen Henkel

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§ 2 Antworten auf Veränderung, aber wie? Von anderen lernen…

  • Regina sagt:

    Meine Erfahrung ist, dass Menschen dann ihre Komfortzone verlassen, wenn sie sich einen wie auch immer gearteten Gewinn von der Veränderung versprechen oder wenn der Veränderungsdruck größer ist, als das Komfortvergnügen.

    • Hallo,

      so einfach ist es leider meiner Ansicht nach nicht. Manchmal passiert das so, manchmal nicht. Es gibt ja die bekannten und drastischen Fälle, wo Menschen beispielsweise weiter rauchen, obwohl sie bereits sehr erkrankt sind und wirklich starke körperliche Schäden zu befürchten sind. Was hält diese Menschen beim Rauchen?

      Ebenso gibt es Menschen die sich falsch ernähren obwohl es ein echtes Vergnügen bedeuten würde, weniger zu wiegen.

      Da gibt es wohl eine Hierarchie an potentiellen „Gewinnen“ und „Veränderungsdrücken“ die sich nicht so leicht durchschauen lässt.

      Ich weiß, diese Beispiele sind nun doch recht bekannt, dennoch gelten sie.

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