Methodenschau: Rollenspiele

13. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wieder einmal war es der Blog von Clive Sheperd, auf dem ich über einen interessanten Artikel gestoßen bin: Er stellt die Frage, warum eigentlich niemand Rollenspiele leiden kann.

Um ein Training wirklich Training nennen zu können, muss auch etwas trainiert werden. Rollenspiele sind eine der wenigen Methoden, bei der ein Training tatsächlich stattfinden kann. Man kann ausprobieren, sehen wir man wirkt, noch einmal probieren und so durch Übung zu neuen Verhaltensweisen kommen.

Tatsächlich werden Rollenspielen jedoch selten so angewendet. Sie erfüllen eher andere Funktionen, beispielsweise um Defizite aufzuzeigen.

Hier liegt auch die Ursache für die Ablehnung von Rollenspiele. Sie erzeugen das, was viele Menschen am meisten fürchten: Es besteht die Gefahr, sich vor Kolleginnen und Kollegen bloßzustellen.

Über dieses Thema habe ich mich mit zwei Experten unterhalten. Stefan Renz ist Coach und Trainer. Er, genauso wie sein Kollege Mimmo Hager, setzt Rollenspiele mit großem Erfolg in seinen Trainings ein.

Ich begann mit einer kurzen Darstellung der oben genannten Probleme von Rollenspielen und fragte dann, wie sie damit umgehen.

Ergebnis: Im Kern geht es nach Meinung der beiden Experten darum, die richtige Atmosphäre zu schaffen. Dies gelingt beispielsweise durch eine offene Vorgehensweise, in welcher die Teilnehmer ihre Rolle zu weiten Teilen mitbestimmen. Wenn dies gelingt, sind angstfreie Rollenspiele möglich – und dann eine sehr lohnende Methode.

Anschließend fragte ich, wann Stefan Renz und Mimmo Hager Rollenspielen üblicherweise in ihren Trainings einsetzen. Interessiert hat mich dies, da der Zeitpunkt oft eine Aussage über die Funktion macht. Rollenspiele am Anfang haben oft etwas von Aufzeigen von Defiziten, am Ende haben sie oft die Funktion von „Lernzielkontrolle“.



Ergebnis: Beide setzen Rollenspiele immer als Abschluss einer Einheit ein. Es ist sozusagen das „Zuckerl“ mit welchem man das Gelernte ausprobiert werden kann. Es stellt damit den Übergang zwischen Theorie und Praxis dar.

Für mich stellt sich die Frage, ob man den Trainingseffekt noch mehr betonen kann. Dies könnte geschehen durch Methoden des Forumtheaters und Selbstcoachingeinheiten wie dies beispielsweise coach-your-self.tv bietet.

Was sind Ihre Gedanken dazu? Ich bin gespannt von Ihnen zu lesen und freue mich über Kommentare.

Mit besten Grüßen

Steffen Henkel

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