Die optimale interkulturelle Entsendungsvorbereitung

21. November 2010 § 11 Kommentare

Inzwischen dürften meine Zweifel an der zielgerichteten Wirksamkeit von ein- oder zweitägigen Trainings im Sinne der

Synapse

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Erwartungshaltung der Auftraggeber, deutlich bekannt sein. Jetzt veranlasste mich ein Kommentar dazu, auszuformulieren wie eine ideale Entsendungsunterstützung aussieht.

Tatsächlich denke ich, dass ein begleitendes Coaching viel mehr dazu in der Lage ist, dem Expat und der begleitenden Familie den Einstieg in einem fremden Land zu erleichtern und dadurch effektiver die an sie bzw. ihn gestellten Aufgaben zu lösen.

In einer Verbindung aus Vorbereitung und Begleitung möchte ich folgendes Vorgehen vorschlagen:

1) Vor der Entsendung ein kurzes „Seminar“ in welchem folgende Ziele  erreicht werden:

a) Klärung brennender Fragen der Expats. Diese sind erfahrungsgemäß weniger „interkultureller“ Natur, als vielmehr „Relocationfragen“.

b) Umgang mit Sorgen und Ängsten der Entsandten. Die dadurch entstehende Entlastung ist meiner Ansicht nach der Grund, warum so viele Expats nach einem Training nicht die Notwenigkeit verspüren sich weiter mit dem Thema bewusst auseinander zu setzen.

c) Die positiven Aspekte einer Entsendung deutlich machen, gerade auch für die persönliche Entwicklung, „Lust machen“ auf die Entsendung, positiv besetzte Neugier erzeugen.

d) Den Expats deutlich machen, dass sich sein Arbeitgeber um sie kümmert.

2. Nach dem Ausreisedaten finden regelmäßig ca. einstündige Coachings statt um aktuelle Themen zu besprechen und Problemsituationen aufzulösen. Damit werden die Ziele erreicht, die man bislang den Trainings zugeschrieben hat:

a) Reduzierung der Auswirkungen des Kulturschocks

b) Auflösung von persönlichen Problemen mit bestimmten Aspekten der Entsendung

c) Lösungsfindung für aktuelle, für die Entsandten relevante Probleme durch Reaktivierung der eigenen Kompetenzen. Durch die Anwendung derselben entsteht tatsächliche Kompetenzerweiterung auf der Handlungsebene.

Durch den Einsatz von geeigneten Medien ist es möglich, die Kosten für dieses Vorgehen so gering zu halten, dass keine höheren Investitionen durch das Unternehmen zu erwarten sind als bei den herkömmlichen Trainings.

Es ist möglich, ein stundenweises Vorgehen zu vereinbaren. Bei 18 Stunden (vergleichbar mit einem 2-Tagestraining) entspricht so erstmals die Methode der Entwicklungsbegleitung dem tatsächlichen Prozess. Die Kosten bleiben in etwa die gleichen. Der Aufwand für die Personalabteilung bleibt ebenfalls gleich. Gleichzeitig wird dem Expat und seiner Familie ganz konkret geholfen. Wir haben Workplace Learning, wie es immer wieder gefordert, selten jedoch umgesetzt wird.

Was halten Sie von diesem Vorgehen?

Ich freue mich auf Ihre Ideen und verbleibe

mit besten Grüßen

Steffen Henkel

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§ 11 Antworten auf Die optimale interkulturelle Entsendungsvorbereitung

  • […] This post was mentioned on Twitter by Rene Winter Erfurt , Steffen Henkel. Steffen Henkel said: Die optimale interkulturelle Entsendungsvorbereitung: http://wp.me/pLuf3-g9 […]

  • Lieber Steffen,
    in Deinen Ausführungen finde ich einige sehr gute Anregungen, die ich auch gerne aus meiner Sicht unterstütze.
    Allerdings denke ich auch, dass es wichtig ist, den Ansatz flexibel zu gestalten. In vielen meiner Entendetrainings ist ein „kurzes Seminar“ nur bedingt dazu geeignet, die von Dir gelisteten Ziele zu erreichen — gerade in Bezug auf die Arabische Welt sind die Stereotypen und auch das Wissensdefizit (Stichwort: Islam) so groß, dass hier ein Tag eigentlich das absolute Minimum ist.
    Damit das folgende Coaching auch funktionieren und zielgerichtet sein kann, muss natürlich ein Vertrauensverhältnis zwischen Trainer und Teilnehmer(n) aufgebaut werden. Aus meiner Erfahrung heraus lässt sich das in einem Trainingstag nur schwer herstellen.
    Ein noch umfassenderer und zielgerichteter Ansatz wäre daher eine Aufteilung von zwei Trainingstagen in z. B. vor und nach dem Fam-Trip, oder vor und während der Entsendung (nach drei oder sechs Monaten), sowie eine Kombination mit (regelmäßigem) Telefoncoaching in der Folge.
    Das würde zwar die Gesamtkosten erhöhen, aber als Paket sicherlich auch gut verkaufbar und vor allem mit einer noch stärkeren und zielgerichteteren Wirkungsweise — und darum geht es ja letztendlich!
    Ich freue mich auf kritische Diskussion und weiteren Input zu diesem Thema!
    Schönen Abend,
    Andreas

    • Lieber Andreas,

      vielen Dank für Deine Rückmeldungen zu dem Artikel. Hier meine Antwort, zu der ich mich durch den Aufruf zur kritischen Diskussion, aufgefordert fühle. 🙂

      These 1: Wenn es nur um Wissenszuwachs geht, dann benötigt es meiner Ansicht nach kein Seminar. Viel Wissen steht in Büchern für deutlich weniger Geld.

      These 2: Es geht in einem interkulturellen Training vielmehr um etwas, das ich mit „Haltung“ beschreiben möchte. Eine Änderung derselben ist weder in ein, noch in zwei noch in drei Tage zu erreichen, sondern nur durch den Auslandsaufenthalt an sich.

      These 3: Bei einem Coaching dass nicht durch eine interkulturelle Situation angestoßen wird, hat man üblicherweise viel weniger Zeit um zu entscheiden ob man dem Coach Vertrauen entgegen bringt. Üblicherweise gibt es dazu nur ein höchstens einstündiges Kennenlerngespräch. Also reicht ein halber Tag alle Mal aus.

      These 4: Die Gesamtkosten erhöhen mit dem Hinweis, dass die Wirkung deutlich höher ist, wird nicht funktionieren. Sonst wären bereits längst wirkungsvollere Formen als ein- oder zweitägige Trainings üblich.

      Aufgrund dieser Überlegungen kam ich zu dem vorgestellten Vorgehen.

      Mir ist klar, dass diese Thesen sehr provokant formuliert sind. Umso neugieriger bin ich auf Ideen und Einwände dazu.

      Viele Grüße

      Steffen

  • Lieber Steffen,

    spannende Anregungen und Denkanstöße, die da von Dir kommen – darauf gehe ich doch gerne ein!

    These 1: Die Vermittlung von Wissen ist meiner Ansicht nach ein essentieller Bestandteil eines interkulturellen Trainings, aufbauend auf der dreistufigen Methodik Bewusstsein-Wissen-Kompetenz – und ich sehe mich auch aktiv in der Rolle des Wissens-Vermittlers! Das es nur ein untergeordneter Baustein sein sollte, ist klar – aber definitiv Teil des Ganzen. Lesen als Vorbereitung ist gut, aber wir wissen alle, wie viel da letztendlich hängenbleibt…

    These 2: Absolut einverstanden – das Training kann nur unterstützend, fördernd und motivierend wirken, den eigentlichen Perspektiven- oder sogar Paradigmenwechsel kann nur der/die Teilnehmer/in vor Ort selbst machen.

    These 3: Das ist richtig – aber die Erfahrung zeigt ebenso, dass die Intensität der Arbeit und des Lernerfolges mit der Vertrauensbildung steigt. Du sprichst von „ob“ dem Coach Vertrauen entgegengebracht wird – ich spreche von „wie viel“. Und für den Vertrauensaufbau ist Zeit notwendig – daher (und in Verbindung mit meinem Input zu These 1) plädiere ich weiter für eine längeren Einstieg von mindestens einem Tag.

    These 4: Wait and see – die Mühlen mahlen langsam, aber stetig… Vor zehn Jahren gab es kaum interkulturelle Trainings, und auch da gab es Menschen, die das Thema vorangetrieben haben. Ich denke, das Thema ist zu komplex, um es in der Argumentation nur auf die Lernerfolge herunterzubrechen – und ich kenne verschiedene Unternehmensbeispiele, wo noch andere Faktoren (Motivation, Familienumfeld, „War for Talents“, Firmenstrategie) eine immer entscheidendere Rolle spielen.

    Beim Regionaltreffen hast Du den Begriff „Training“ aus zwei Gründen als „falsch“ bezeichnet – und genau an der Stelle weiche ich ab: Der Begriff „Interkulturelles Training“ ist ein Konzept, das wir alle mit Leben und Inhalt füllen: Teilnehmer, Personaler, Berater, Trainer, Akademiker, Vorgesetzte. Es hat mit Training im ursprünglichen Sinn von „üben, üben, üben“ nicht viel zu tun – aber das muss es meiner Ansicht auch nicht, da a) jeder eine andere Vorstellung von dem Konzept hat, und b) wir die Begrifflichkeit in Form eines Diskursprozesses immer wieder neu ausgestalten.

    Und genau dazu tragen Diskussionen wie diese hier aktiv bei! 🙂

    Herzliche Wintergrüße vom Ammersee,

    Andreas

    • Lieber Andreas,

      vielen Dank für diesen interessanten Kommentar, der eine wirklich interessante Diskussion weiter führt. Für die späte Reaktion bitte ich um Entschuldigung.

      Zu den Thesen:

      These 1: Bezüglich der Behaltensrate besteht kein wesentlichen Unterschied, ob man sich Wissen anließt oder anhört. Dies als Antwort, wenn wir nur vom „Hängenbleiben“ ausgehen. Natürlich besteht in einem Seminar verstärkt die Möglichkeit zu motivieren, was offenbar die Behaltensrate erhöht. Dies jedoch kann auch geschehen, wenn die sich die Teilnehmer das Wissen vorher angeeignet haben und nicht erst im Seminar erzählt bekommen. (Ein sehr spannendes Posting zum Thema findet sich auf dem Blog von Dr. Will Thalheimer.)

      These 2: Konsens, wunderbar.

      These 3: Da auch bei kürzerer Kennenlernzeit das Vertrauen ausreicht um effektiv zu arbeiten, bleibe ich dabei, dass die Vorbereitungszeit nicht länger zu sein braucht.

      These 4: Stimmt, das sehe ich auch so – arbeiten wir gemeinsam daran. Was ich zurzeit versuche ist, weniger die Kunden zu überzeugen dass anzunehmen was ich für das Beste halte, sondern die Angebote, Möglichkeiten und Dienstleistungen so auszugestalten, dass sie vom Kunden ohne große Überzeugung angenommen werden – einfach weil sie effektiv Probleme lösen.

      Daher bin ich auch in einer Testphase und vielleicht etwas zu unkonventionell in meinen Ansichten. Es reizt mich, dies einmal auszuprobieren. Ich berichte hier und an anderer Stelle weiter wie sich das ganze in einer Zeit darstellt.

      Was den Begriff „Training“ angeht, sehe ich das auch so wie Du. Vor allen Dingen werde ich meine Kunden nicht belehren und daher den Begriff weiterhin verwenden. Er ist zu üblich und allgemein gebräuchlich um aus reiner Wortglauberei einen Begriffwechsel anzustreben. Auch wenn ich weiterhin der Ansicht bin, dass das Wort „Training“ eigentlich nicht passt. Für mich war dieser Gedankenschritt notwendig um in neuen Möglichkeiten zu denken.

      Ich freue mich auf die weitere Diskussion zu dem Thema und schicke

      beste Grüße aus Stuttgart

      Steffen

  • Lieber Steffen, lieber Andreas!

    Zum Thema „üben, üben, üben“ ist meine Erfahrung, dass Teilnehmer häufig damit „überfordert“ sind. Ich arbeite sehr viel mit praktischen Übungen, und es kostet die Teilnehmer Überwindung, ihre „Konsumentenhaltung“ verlassen.
    Was also ist „Training“ oder was soll es sein? In meinen Augen geht es bei Soft Skills ja vor allem darum, den Leuten etwas bewusst zu machen, was vorher „irgendwie“ ist. Wenn ich sage, wie es ist, dann können mich die Teilnehmer verstehen. Wenn ich sie Übungen dazu machen lasse, können sie begreifen, wie es für sie persönlich ist. Deswegen gehe ich auch davon aus, dass eine Verhaltensänderung nicht in dem Training selbst erreicht wird. Durch „üben, üben, üben“ kann den Teilnehmern aber klar werden, wie sie selbst Veränderungen erreichen können. Ich würde das Training mit Klavierstunden vergleichen: Dort lernt man nicht, Klavier zu spielen, dort lernt man zunächst, wie man übt und später, wie man musiziert.
    Aber trotzdem bleibt für mich die Frage, wie man mit der Erwartung der Teilnehmer, was das „Training“ sein soll, umgeht. Was sind Eure Erfahrungen – definiert Ihr Eure Vorgehensweise vorab, oder lasst Ihr sie im gemeinsamen Diskurs deutlich werden?

    Viele Grüße,
    Alice

    • Liebe Alice,

      vielen Dank für diesen Kommentar. Er ist sehr interessant, gerade weil er meiner Ansicht nach eines der wesentlichen Ziele von interkulturellen Seminaren nennt: „etwas bewusst machen, was vorher irgendwie ist.“ Das kann meiner Ansicht nach ein Seminar leisten – und zwar gerade mit Übungen und anderen Methoden.

      Mit „üben, üben, üben“ meinte ich eher etwas in Richtung „drill“, was ich noch nie in einem interkulturellen Training erlebt habe. Was jedoch Bestandteil von „Training“ im herkömmlichen Sinne ist – wenn ich mal an mein Schwimmtraining denke. Daher kam meine Einschätzung zu diesem Begriff. In einem interkulturellen Seminar will ich so etwas tatsächlich gar nicht haben, sondern lieber an Zielen arbeiten die zu erreichen sind – zum Beispiel das was Du beschreibst.

      Was die Erwartungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeht, habe ich als Trainer bislang kaum erlebt, dass diese enttäuscht werden. Die Teilnehmer stehen oftmals unter so einem Druck, dass jede Information und Darbietung derselben als hilfreiche Entlastung empfunden wird. Ich habe schon außergewöhnlich schlechte interkulturelle Seminar gesehen – bei welchen die Teilnehmer nachher auch sehr zufrieden waren.

      Grundsätzlich versuche ich vorher durch Gespräche die Erwartungen zu klären. Wirklich sinnvoll ist meiner Erfahrung nach immer eine Erwartungsabklärung zu Beginn des Seminars. Dies ist der erste Zeitpunkt zu dem sich die Teilnehmer wirklich mit dem Thema des Seminars beschäftigen.

      Folgender Gedanke sei mir hier noch erlaubt: Als Trainingsanbieter habe ich es nicht mit den Erwartungen der Teilnehmer zu tun, sondern mit den Erwartungen der Personaler. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Ich versuche hier zu trennen: für die Erwartungen und deren Erfüllung der Personaler bin ich zuständig, für die Erwartungen der Teilnehmer, sind es die Trainer.

      Da es hier keine Deckungsgleichheit gibt, diese sich sogar widersprechen, ist es meine Aufgabe vermittelnd und ausgleichend tätig zu sein.

      Ich bin gespannt zu erfahren, ob Dir meine Gedanken weiter geholfen haben und freue mich auf eine Antwort.

      Viele Grüße

      Steffen

      • Lieber Steffen!

        Danke für die ausführliche Antwort! Ja, der Punkt mit den auseinandergehenden Erwartungen von Personalern und Teilnehmern triffst Du genau das, woran ich momentan „herumdenke“. Auf einen grünen Zweig bin ich noch nicht gekommen, da werde ich wohl noch etwas Zeit brauchen. Deinen Ansatz, nicht nur ein Vorbereitungstraining anzubieten, sondern eine Prozessbegleitung finde ich sehr gut. Ich wäre gespannt Deine Erfahrungen damit zu einem späteren Zeitpunkt zu hören!

        Viele Grüße,
        Alice

      • Liebe Alice,

        vielen Dank für die Antwort. Was die auseinanderfallenden Erwartungen angeht, glaube ich, dass es schwer ist, als Trainerin oder als Agentur beides zu bedienen bzw. marketingmäßig zu bearbeiten. Schließlich bedeutet das, zwei Zielgruppen zu haben.

        Viel einfach ist es doch, sich ganz auf eine Zielgruppe zu konzentrieren und deren brennenden Probleme möglichst optimal und immer besser zu lösen. Das können entweder Personaler oder Teilnehmer sein. Jede Konzentration ist in Ordnung, wenn man sie konsequent umsetzt. Das bedeutet zum Beispiel, dass man auf völlig unterschiedlichen Veranstaltungen dabei ist um seiner Zielgruppe zu begegnen. Im Fall der Personaler geht man auf Personalmessen, im Fall der Teilnehmer, geht man auf die Hannover Messe – beispielsweise. Bei letzteren ist es möglich einen Bedarf zu wecken, bei ersteren geht das kaum.

        Soweit sind meine Gedanken im Augenblick gediehen. Es würde mich freuen, wenn Dir das irgendwie weiter hilft.

        Viele Grüße

        Steffen

  • Habe den Thread jetzt erst gefunden, bitte deshalb um Entschuldigung, dass ich nochmals auf das Ausgangsposting zurückkomme – Punkt b), ich zitiere: „Umgang mit Sorgen und Ängsten der Entsandten. Die dadurch entstehende Entlastung ist meiner Ansicht nach der Grund, warum so viele Expats nach einem Training nicht die Notwenigkeit verspüren sich weiter mit dem Thema bewusst auseinander zu setzen.“ Wie ist das gemeint? Dass diese Entlastung etwas Negatives sei, weil damit der/die Entsandte der irrigen Meinung sei, sich mit dem Thema nicht mehr auseinandersetzen zu müssen?
    Ein Eintages-Seminar entlastet sicher, aber der Effekt ist doch nur von begrenzter Dauer. Außerdem gehört es auch zu den Aufgaben des Trainings, den „Klienten“ sich bewusst werden zu lassen, dass der Erwerb der interkulturellen Kompetenz ein langer Prozess ist, und dass gerade deshalb eine länger anhaltende Beschäftigung mit dem Thema – einschließlich Betreuung – nur umso hilfreicher sein kann.
    Was das begleitende Coaching betrifft, halte ich das wie meine Vorschreiber für sehr effektiv, sogar fast unumgänglich. Allerdings ist das im 1-Stunden-Rhythmus nur möglich bzw. sinnvoll, wenn es in vergleichsweise hoher Frequenz erfolgt, etwa alle 1-2 Wochen. Sich alle 3 Monate 1 Stunde abzuringen ist nach meiner Erfahrung nicht realistisch, da sich in der Zwischenzeit zu viele Irritationen, Frust etc. angehäuft haben, denen entsprechend Raum zu geben ist, um sinnvoll und nachhaltig arbeiten zu können.
    Die Frage der Frequenz hängt natürlich auch mit der geographischen Nähe und Verfügbarkeit ab; für eine Stunde begleitendes Coaching kann ich nicht nach China fliegen. Da bietet sich dann eher der 1-Tages-Rhythmus alle 2-3 Monate an, und das Ganze aus Kostengründen idealerweise in Kombination mehrerer Kunden.

    Viele Grüße
    Christina Werum-Wang

    • Hallo Frau Werum-Wang,

      vielen Dank für die Ausführungen. Ich meine mit dem Zitat folgendes:

      (a) Die Entlastung ist ein wichtiges Ziel interkultureller Seminare. (Meiner Erfahrung nach, wird es jedoch kaum als Ziel wahrgenommen. Zumindest wird es nicht in den üblichen Aufzählungen von Seminarzielen genannt.)

      (b) Sie führt jedoch tatsächlich dazu, dass die Teilnehmer anschließend nicht mehr die Notwendigkeit einer weiteren aktiven Beschäftigung mit dem Thema sehen. Dies ist meiner Ansicht nach der Grund dafür, dass es kaum gelingt, aus einem Seminar weitere Maßnahmen abzuleiten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind zufrieden und die Personaler sind zufrieden. Damit ist das Thema „abgeschlossen“. Das Problem ist jedoch nicht gelöst.

      So beendet die Entlastung das brennende Problem der Teilnehmer womit die Bereitschaft verschwindet, sich weiter mit der interkulturellen Situation auseinander zusetzen. Insofern verhindert die Erreichung dieses – wenn auch notwendigen – Ziels die nachhaltige Entwicklung.

      Diesen Sachverhalt klar zu sehen ist notwendig um die Möglichkeit zur Weiterentwicklung unserer Dienstleistung zu ermöglichen. Einige der folgenden Fragen ergeben sich daraus für mich:

      Wie ist es möglich, nachhaltige Entwicklung anzustoßen und zu begleiten, wenn wir mit unseren Seminaren gerade dies „verhindern“?
      Kann das durch eine besondere Seminargestaltung geschehen?
      Kann das durch eine bessere Ausgestaltung der Begleitung geschehen?

      Eine Antwort darauf ist ein begleitendes Coaching. Trotzdem findet eine solche Ausgestaltung äußerst selten statt. Hier ist genau der Ansatzpunkt auf den ich hinaus will: Ein Angebot zusammenstellen, dass (a) nachhaltig unterstützend wirkt und (b) durch die Personalabteilung annehmbar ist.

      Das Kostenprobleme ist nur ein Lösungsansatz: Diese Leistung sollte möglichst nicht teurer sein als das was wir bislang anbieten. Was die Reisekosten angeht, sehe ich die Möglichkeit von internetgestützten Medien. Dies würde die Kosten deutlich reduzieren.

      Ist es mir gelungen meine Aussage klarer zu fassen? Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und verbleibe

      mit besten Grüßen

      Steffen Henkel

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